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Eine Frau in einem roten Kleid spricht von einem Podium auf einer Bühne, hinter ihr ist ein Schild mit der Aufschrift „FEST AMSTERDAM“ zu sehen.
Leben & Inspiration · September 22 2026· 8 Minuten Lesezeit· Von Anne

Sommersprossen & Kurven? Aber gerne!

Nicole Hoefsmit besucht den The Next Women Summit. Chantal Janzen und Eva Jinek sprechen über Ehrgeiz, Rückschläge und weibliches Unternehmertum.

Kurzantwort

PLEIN PUBLIQUE war beim The Next Women Summit dabei! Nicole Hoefsmit berichtet von den inspirierenden Geschichten von Chantal Janzen und Eva Jinek über Ehrgeiz, den Umgang mit Rückschlägen und darüber, wie wichtig es als Unternehmerin ist, für die eigene Meinung einzustehen.

Veranstaltung
Der „Next Women Summit“ in Amsterdam
Thema
Unternehmertum von Frauen & Ehrgeiz
Kernaussage
Verwandle Rückschläge in Erfolge & lass deine Stimme hören

AMBITIONIERTE TROELAS

Amsterdam, August 2017: ein kleiner Rückblick. Im vergangenen Jahr war ich zum ersten Mal beim jährlichen Summit – ein schickes Wort für „Gipfeltreffen“ – von THE NEXT WOMEN dabei. Ein Treffen von und für Unternehmerinnen und Frauen mit Unternehmergeist.

Damals entstand dort meine Kolumne „Unternehmerische Troelas“, auf die ich unglaublich viele liebe und tolle Reaktionen bekommen habe. Von Männern – immer gerne ;) – aber vor allem von Frauen.

Und da eine der Botschaften meiner Geschichte lautete, dass Frauen einander ihren Erfolg gönnen sollten, würde ich sagen: Message angekommen!

Grund genug für das PLEIN PUBLIQUE Team, auch dieses Jahr wieder dabei zu sein. Ein bisschen netzwerken, hier und da ein „Ach, wir kennen uns doch!“ und natürlich ausgiebig plaudern. Ja, ja – wir sind und bleiben Frauen und machen daraus auch kein Geheimnis. Aber natürlich ging es vor allem um den Inhalt. Und der stand dieses Jahr ganz im Zeichen von AMBITION.

Die haben wir schließlich alle. Ich als Unternehmerin, eine andere vielleicht als Fitgirl oder ambitionierte Instagrammerin. Ob im großen oder kleinen Stil, spielt dabei eigentlich keine Rolle. Die viel spannendere Frage ist: Wie setzt man seine Ambitionen so ein, dass daraus auch wirklich etwas entsteht?

Denn Ambitionen zu haben ist das eine. Sie in die Tat umzusetzen, eine ganz andere Geschichte. Und ein bisschen mehr davon darf es ruhig sein. Oder besser gesagt: eine ordentliche Portion. Mit Nachschlag, bitte. Denn wenn es um Ambitionen geht, darf „mehr ist mehr“ ruhig das Motto sein.

Die Gastrednerinnen Chantal Janzen und Eva Jinek erzählten, wie sie, auf ganz unterschiedliche Weise, ihren eigenen Weg gegangen sind und ihre Ambitionen verwirklicht haben. Und so viel sei schon mal verraten: Sommersprossen und Brüste sind dabei ganz sicher kein Hindernis ;)

Ihre inspirierenden Geschichten möchte ich gerne mit dir teilen.


CHANTAL JANZEN

Chantal startete ihren Vortrag direkt mit einem kleinen Wagnis: einer Tanzstunde, um die Stimmung ein bisschen aufzulockern. Sagen wir mal so: Das muss man mögen. Mehr möchte ich dazu eigentlich nicht sagen ;)

Für alle, die mich nicht persönlich kennen: Vor meinem ersten Kaffee tanze ich grundsätzlich nicht. Und wenn doch, dann bitte nicht in einer riesigen Gruppe … Zum Glück war der Vortrag, der auf die kleine Tanzeinlage folgte, umso inspirierender.

' Ich habe das noch nie gemacht,
also glaube ich schon, dass ich es kann“
– Pippi Langstrumpf –

Chantal nahm uns mit zurück zu den Anfängen ihrer Karriere und zu ihren ersten großen Träumen als junges Mädchen: klassisches Ballett.

Das Mädchen mit den Sommersprossen und der Brille trainierte sich die Seele aus dem Leib, um eines Tages als schöner Schwan über die Bühne zu schweben. Talent hatte sie reichlich, nur leider, so ihre Ballettlehrerin, auch zu breite Hüften. Danke dafür.

Doch der Wunsch, auf der Bühne zu stehen und Menschen zu unterhalten, war stärker. Und mit der Zeit lernte Chantal, Rückschläge nicht als Ende zu sehen, sondern als Chance für etwas Neues. Ihr Motto? „Ich habe es noch nie gemacht, also glaube ich schon, dass ich es kann.”

Kommt dir bekannt vor? Kein Wunder. Das Zitat stammt von ihrer Kindheitsheldin Pippi Langstrumpf und die ist schließlich nicht gerade für mangelndes Selbstvertrauen bekannt. Chantal nahm sich diesen Kampfgeist zu Herzen, ergriff die Chancen, die sich ihr boten, und arbeitete sich Schritt für Schritt nach oben.

Eine kleine Auswahl der Hürden, die La Janzen auf ihrem Weg begegneten und die sie ziemlich gekonnt aus dem Weg räumte:

• Aufnahmeprüfung für klassisches Ballett: abgelehnt. Der Grund? Zu viel Hintern für eine Ballerina. Danke auch!

• Hochschule für die Künste: Gesang, Tanz, Musical. You name it – she did it. Das Ergebnis? Hauptrollen in zahlreichen Musicals und Filmen.

• Zu Gast bei der „College Tour“ und damit in den Fußstapfen von Persönlichkeiten wie Madeleine Albright und Neelie Kroes. 100 Menschen, die dir Löcher in den Bauch fragen, und praktisch keine Zeit, über die Antworten nachzudenken. Muss man sich auch erst mal trauen.

• Die Einladung, „Idols 3“ zu moderieren: keine Erfahrung, dafür gründlich vorbereitet – und einfach Ja gesagt. Was folgte? Eine ordentliche Welle der Kritik. Kurz schlucken, weitermachen. Und dann die Genugtuung: die Einladung, eine Show in Deutschland zu moderieren. Jawohl, auf Deutsch!

Spätestens nach dieser Erfahrung bekam ihr Motto ein kleines Update: „Ich habe keine Ahnung, ob ich es kann, aber ich werde es auf jeden Fall versuchen.“ Und genau das hat sie getan, mit Erfolg! Sie hat hart gearbeitet, Chancen ergriffen, Neues ausprobiert, ist dabei auch mal spektakulär gescheitert und hat, zum Glück deutlich öfter, ziemlich Großartiges auf die Beine gestellt.

„Don’t play a victim, be a Hero“
Mit anderen Worten: Verwandle Rückschläge in Erfolge –
Halte durch, gib nicht auf und feiere den Sieg.

– Eva Jinek

Als Sahnehäubchen hat sie vor Kurzem auch noch ihre eigene Multimedia-Plattform JustC ins Leben gerufen. Die Geschichte von Chantal Janzen zeigt also ziemlich schön, was passieren kann, wenn man seinen Ambitionen folgt, Chancen ergreift und sich von Rückschlägen nicht unterkriegen lässt. Und das „Mädchen mit den Sommersprossen und der Brille“ von damals? Das kennen wir heute als wunderschönen Schwan. ;)

EVA JINEK

Auch Eva kennen wir wahrscheinlich alle. Mit mehr als neun Jahren Fernseherfahrung ist sie längst ein bekanntes Gesicht in der Medienwelt. Doch auch sie hat sich ihren Platz nicht ohne den einen oder anderen Rückschlag erarbeitet.

Vielleicht ein alter Hut, aber im Zusammenhang mit dem Summit durchaus erwähnenswert: Eva geriet einmal in die Schlagzeilen, nachdem sie kurz vor einer Nachrichtensendung scherzhaft ihre Brüste zurechtrückte. Was eigentlich nur für ihre Kollegen bestimmt war, wurde versehentlich live ausgestrahlt. Shit happens. Aber so richtig.

Was danach folgte, war ein Medienrummel, dessen Ton teilweise ziemlich gehässig wurde. Plötzlich schien ihre Arbeit als Journalistin nebensächlich und alles drehte sich nur noch um ihre Brüste.

Kleine Frage am Rande: Wäre das Ganze genauso groß geworden, wenn ein Mann vor laufender Kamera versehentlich sein bestes Stück zurechtgerückt hätte? Hmm …

Eva jedenfalls ließ sich davon nicht in die Opferrolle drängen und hielt sich an ihren eigenen Rat: „Don’t play a victim, be a hero.“

Heute hat sie ihre eigene erfolgreiche Talkshow und setzt sich auf ihre Weise dafür ein, ambitionierten Frauen in den Medien mehr Sichtbarkeit zu geben.

Vor Kurzem sprach Eva darüber, wie schwierig es teilweise ist, Frauen für ihre Talkshow an den Tisch zu bekommen. Viele Ideen und Projekte kämen von Frauen, vor der Kamera seien es jedoch häufig Männer, die darüber sprechen. Während viele Redaktionsteams mehrheitlich aus Frauen bestehen, seien die Gäste überwiegend männlich. Und schafft es eine Frau doch einmal vor die Kamera, bleibt es nicht selten bei diesem einen Auftritt.

Warum?

Die Erklärung eines ihrer Gäste sorgte bei Eva für einen Aha-Moment: Du wirst eingeladen, dein Fachwissen zu teilen, bist stolz und freust dich riesig. Die Sendung läuft gut, vor Ort bekommst du Komplimente, über Facebook und WhatsApp kommen liebe Nachrichten und du gehst glücklich nach Hause. Mission erfüllt.

Und dann machst du den Fehler und schaust doch noch kurz auf Twitter …

„Sie sieht furchtbar aus.“
„Sie ist wirklich zu dick.“
„Wenn sie den Mund aufmacht …“

Und so weiter.

Von der Euphorie bleibt plötzlich nicht mehr viel übrig. Stattdessen nur noch ein Gedanke: Das. Mache. Ich. Nie. Wieder.

Sooo schade!

„Eine Meinung ist keine Entschuldigung“
Du bist eingeladen, deine Meinung zu äußern,
dann sag sie auch ohne Bescheidenheit.

- Eva Jinek-

Warum machen wir unseren „Sisters in Crime“ das Leben eigentlich so schwer? Was spricht dagegen, einander ein bisschen zu unterstützen, Erfolge zu gönnen und sich einfach mitzufreuen, wenn es für eine andere Frau richtig gut läuft?

Gemeinsam sind wir schließlich stärker und können so viel mehr erreichen.

Genau darum ging es auch bei THE NEXT WOMEN 100. Bei diesem Event stellte das Online-Magazin The Next Women seine jährliche Liste mit 100 führenden Unternehmerinnen vor, begleitet von einem inspirierenden Programm mit spannenden weiblichen Speakern.

Inspiration, Innovation, Partizipation – verdammt, was für ein Genuss! Und hey, es reimt sich sogar. ;)

Zurück zu Eva. Auf ungerechtfertigte Kritik reagieren wir schnell mit dem klassischen „Fight or Flight“-Reflex: kämpfen oder fliehen.

Beim Kämpfen werden wir wütend, machen dicht und ziehen uns aus der Kommunikation zurück. Nicht gerade hilfreich für die eigene Karriere. Beim Fliehen passiert genau das, was Eva zuvor beschrieben hat: Frauen ziehen sich zurück, sagen beim nächsten Mal lieber ab – und am Ende fehlen ihre Stimmen und ihre Expertise in den Medien.

Eva ruft deshalb dazu auf, genau diesen Kreislauf zu durchbrechen:

„Wenn du eingeladen wirst, nimm die Einladung an. Sei präsent, entschuldige dich nicht für deine Meinung und bleib deiner professionellen Stimme treu. Aber sei gleichzeitig offen für die Meinungen anderer.“

Irgendwann, so ihre Botschaft, wird es nicht mehr um dein Aussehen, deine Stimme, deine Kleidung, deine Haare oder all die anderen Dinge gehen, die man gerne mit deinem Frausein verbindet. Dann geht es um deine Expertise und darum, was du zu sagen hast.

Aber dafür musst du erst einmal mit am Tisch sitzen – und dort auch bleiben.

„Sag Ja und sei dabei!“

Weise Worte einer erfolgreichen Frau. Und ein ziemlich schöner Abschluss für einen inspirierenden Tag.

Es hat dann doch eine kleine Weile gedauert – ein oder zwei Monate, ähem –, bis ich all die Eindrücke und Inspirationen dieses Tages verarbeitet hatte. Aber am Ende blieb vor allem ein Gefühl von Zufriedenheit und neuer Motivation.

Ehrgeiz ist etwas Schönes. Und wenn eine gute Portion Mut und ein bisschen Realitätssinn dazukommen, kann er uns ziemlich weit bringen.

Wie ich meine eigenen persönlichen und beruflichen Ambitionen in noch mehr Erfolg verwandeln möchte? Eine gute Frage. Und eine, mit der ich mich in nächster Zeit wohl einmal etwas genauer beschäftigen werde …

Deine Troelie,
Nicole

PS: Falls sich deine Boobies vor einem möglichen Talkshow-Auftritt plötzlich schüchtern und zurückhaltend zeigen, ist das noch lange kein Grund, sie auf dem Nachttisch liegen zu lassen. ;) Schließlich geht es um deine Meinung und dein Fachwissen. Und wenn die beiden in Topform sind, stehen dir auch die zwei Schwestern ganz bestimmt nicht im Weg. Hahaha.

*Wenn du die Kolumne „Unternehmerische Troelas“ noch nicht gelesen hast, klicke hier! Wirklich urkomisch!

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Häufig gestellte Fragen

Welche Erkenntnisse über Rückschläge und Ehrgeiz hat die Gründerin von Plein Publique aus den Vorträgen mitgenommen?

Nicole ließ sich von den Geschichten von Chantal Janzen und Eva Jinek inspirieren. Wichtige Erkenntnisse waren, Rückschläge in Chancen zu verwandeln („Don’t play a victim, be a Hero“), sich nicht von Kritik entmutigen zu lassen und den Aufruf an Frauen, ihre Kompetenz weiterhin unter Beweis zu stellen („Say yes und show up!“).

Worauf bezieht sich der Titel „Sommersprossen und Brüste – kein Problem“?

Der Titel bezieht sich auf die persönlichen Geschichten der Gastrednerinnen Chantal Janzen (das Mädchen mit den Sommersprossen) und Eva Jinek (der „Boobies“-Vorfall im Fernsehen). Er unterstreicht, dass äußerliche Merkmale oder Kritik daran niemals eine Rolle spielen dürfen, wenn man sein Fachwissen und seine Meinung vermittelt.